Dessert Reisen Von Unterwegs

Unterwegs on Blueberry Hills und Blaubeer-Crumble mit Maple Syrup Cream

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“Gut Ding will Weile haben”…. nach diesem Motto bin ich heute unterwegs, denn für diesen – zugegeben – etwas längeren Bericht, musste ich mich erst einmal sammeln, musste die wundervollen Eindrücke setzen lassen und verarbeiten. Ich hoffe also, Ihr habt ein wenig Zeit mitgebracht, denn in diesem Beitrag wird es etwas ausführlicher als sonst. Worum es geht, wollt Ihr wissen? Um meine Reise nach Kanada, die ich – Einige von Euch haben es auf Instagram und den InstaStories mitbekommen – Ende August auf Einladung der Wild Blueberry Association Nova  Scotia  zu einer Presse-/Bloggerreise machen durfte. 

 

Diese Reise war für mich tatsächlich ein einmaliges Erlebnis, daher habe ich mich etwas schwer getan, das Ganze nieder zu schreiben, einfach aus Sorge, dass ich das Erlebte nicht “würdig” genug schildern kann. Es war eine wirklich rundherum traumhafte Reise, die zum Einen durch das wundervolle Nova Scotia und die Begegnungen mit unglaublich freundlichen und herzlichen Menschen dort geprägt war, zum Anderen durch eine absolut einmalige Reisetruppe, bestehend aus meinem Lieblings-Bake-Together-Buddy Marc von Bake to the roots, Markus aka Backbube, Jule von Craftroomstories, Claudia von Dinner um acht, sowie Renate vom Blog Titatoni. Diese unglaublich tolle Blogger-Meute ist mir in der Woche derartig ans Herz gewachsen, dass ich es kaum in Worte fassen kann! Wir haben unendlich viel gemeinsam gelacht (ich hatte Muskelkater vom Lachen!), wir haben lauthals – und ich ganz bestimmt schrecklich falsch – gesungen und wir haben sogar zusammen geweint! Es war schlichtweg einzigartig und umwerfend mit diesen Herzensmenschen!

 

Wilde Blaubeeeren aus Kanada

Markus, Marc, me, Renate, Jule (Claudia fehlt leider)

 

Nun aber der Reihe nach: 

Als die Einladung vom Verband der Wilden Kanadischen Blaubeeren hier im Frühjahr eintrudelte, habe ich zunächst Luftsprünge vollführt, musste mich dann erst einmal setzen, aber nicht lange überlegen, da diese Beerchen schon immer zu meinen absoluten Favorites gehörten und von Kanada habe ich als Reiseziel seit jeher geträumt! Meine Männer hier haben mir Ausgang gewährt, also konnte es Ende August, gemeinsam mit Marion und Britta von der Agentur losgehen! Wie aufregend!!! Der Flieger brachte uns nach Halifax, von dort aus ging es nach Truro ins Hotel, erst einmal schlafen, ab dann wurden die Blaubeer-Felder gerockt!

 

Wild Blueberries

 

Am ersten Morgen fuhren wir mit unserem netten Busfahrer Jonathan (der uns die ganze Reise über perfekt kutschierte) zur Dalhousie University, ein kleines blaues Haus und Sitz des Wild-Blueberry-Information-Centers. Hier gab es von Gary Brown und Peter Rideout, beide von der Wild Blueberry Producers Association of Nova Scotia, die ersten spannenden Infos rund um die leckeren blauen Früchtchen: in Kanada gibt es riesige Felder Blaubeeren (wenn ich riesig schreibe, meine ich das so!), soweit das Auge reich, sieht man Blaubeeren, die nur an 4 – maximal 6 Wochen im Jahr noch mit ganz viel Handarbeit geerntet werden können. Darum kümmern sich ca. 1.000 Produzenten mit über 40.000 Hektar Land und 72 Millionen Kilogram der Wilden Blaubeeren gehen in den Export! Wichtigster Absatzmarkt in Europa sind wir Deutschen: jährlich importieren wir von kanadische Produzenten 14.000 Tonnen Wild Blueberries!

 

Wilde Blaubeeren aus Kanada

 

Blaubeeren wachsen überall! Wirklich! Und das bereits seit 10.000 Jahren! Fällt man in Nova Scotia ein paar Bäume, wachsen im Handumdrehen an dieser Stelle Blaubeeren. Man findet die verschiedensten Sorten: klein und groß, matt und glänzend und alle unglaublich schmackhaft und aromatisch! Blaubeersträucher sind kleine, sehr robuste Pflanzen, denen es nicht einmal etwas ausmacht, wenn ein Traktor beim Ernten darüber fährt. Die Felder dort werden nur alle zwei Jahre abgeerntet, weil so der Ertrag weitaus höher ist. Falls Ihr noch mehr über die kleinen Beerchen erfahre wollt, könnt Ihr Euch gerne auf der Seite Wilde Blaubeeren schlau machen.

Nach der Theorie ging es raus auf’s Feld, zunächst rund um die Dalhousie University, wo wir alle zu ersten Mal mit einem “Blaubeerkamm” die Leckerchen abrechen und vor allem probieren konnten. Sowas von lecker! Direkt von der Pflanze ist doch noch einmal etwas ganz anderes, als bei uns tief gefroren aus dem Supermarkt.

Was wirklich auffallend war in der gesamten Zeit, ist das Herzblut sämtlicher Menschen hier, die mit, an und um die Blaubeeren herum tätig sind! Wirklich Alle haben es ausnahmslos geschafft, mir ihre große Leidenschaft für das was sie tun, zu vermitteln. Danke an dieser Stelle dafür!!!

 

Wilde Blaubeeren aus Kanada

Wilde Blaubeeren aus Kanada

Fotocredit: Marion Bartelt-Simon

 

Anschließend fuhren wir zum Lunch ins Habor View Restaurant nach Parrsboro, nicht ohne vorher noch einen kleinen aber zauberhaften Abstecher zur Bay of Fundy mit ihrem hübschen Leuchturm gemacht zu haben. 

 

Wilde Blaubeeren aus Kanada Wilde Blaubeeren aus Kanada

 

 

Im Restaurant erwartete uns all’ das, was man sich vom Meer an der Küste Kanadas erhofft: Hummer-Sandwich, Clam- oder Fish-Chowder (laut Claudia die Beste der gesamten Reise), Fried Clams, Fisch, Coconut-Shrimps und zum Nachtisch wurde – noch warm aus dem Backrohr – der allererste Blueberry-Pie der Reise serviert!

Übrigens hier vom Hafen Parrsboro liefen vor mehr 50 Jahren die ersten Schiffe mit TK-Blaubeeren in Richtung Europa aus!

 

 

Wilde Blaubeeren aus Kanada Wilde Blaubeeren aus Kanada Wilde Blaubeeren aus Kanada

 

Eines meiner Highlights der Reise: die wunderhübschen Sugar Moon Farm, sowohl Restaurant als auch Produktionsstätte für unglaublich leckeren Ahornsirup. Dort starteten wir den zweiten Tag mit einem grandiosen Frühstück. Ich habe hier den besten French Toast meines Lebens gegessen: mit Blaubeerkompott und einer Ahornsirup-Butter zum Reinlegen! Nach der famosen Stärkung bekamen wir von Quita, der Besitzerin der Farm, noch einen Einblick in die Produktion von Ahornsirup und selbstverständlich wanderten ein paar der Fläschchen in meine Tasche zum Heimtransport. Solltet Ihr mal in der Nähe sein, dann besucht unbedingt dieses Restaurant, ganz allein gelegen, umgeben von Ahornbäumen – ein kleines Paradies.

 

Sugar Moon Farm

 

Der Besuch der North of Nutby Farm im Anschluss daran hat sehr beeindruckt, da wir hier erleben durften, was es heißt, eine komplett von Hand betriebene biologische Blaubeerernte durchzuführen. Die reizenden Besitzer, Wayne Edgar und Pamela Swainson,  zeigten uns ihre Blaubeerproduktion und ich bin immer noch zutiefst berührt – zum einen von der Freundlichkeit und Wärme dieser Menschen, zum Anderen von ihrer Leidenschaft und dem, was sie tagtäglich leisten! Und dann kosten 5 Pfund dieser biologischen Blaubeeren 24 kanadische Dollar, in meinen Augen wirklich nicht viel, wenn man sieht, welch’ immense Arbeit dahinter steckt!

 

Wilde Blaubeeren aus Kanada

The North of Nuttby Farm

 

Falls Ihr Euch mal wirklich so richtig von irgendwelchen Mücken auffressen lassen wollt, dann solltet Ihr unbedingt an der Küste Kanadas, in Malagash, die Austernfischer besuchen! Ich war glücklicherweise eine der Letzten, die aus dem Bus ausgestiegen waren und konnte zuschauen, wie die Anderen fuchtelnd und wild um sich schlagend wieder in den Bus zurück rannten, um erst einmal eine gehörige Portion Anti-Stich aufzutragen….

Spaß beiseite, in Nova Scotia gibt es natürlich neben aromatischsten Blaubeeren, fangfrischen Hummern und goldgelbem Ahornsirup auch ganz köstliche Austern direkt aus dem Meer. Auch hier durften wir unsere Nase hinein stecken, eine frische Seebrise schnuppern und Jule, die Einzige von unserer Reisegruppe, die diesen Teilen etwas abgewinnen kann, hatte Austerngenuss satt!

 

Wilde Blaubeeren aus Kanada

Austern in Malagash

 

Dann folgte der Tag bei Alain Bosse, dem “Kilted Chef” – was war das schön! Wir waren zunächst bei den Locals einkaufen, habe Alains Lieblingsmetzgerei, den Hafen und seinen Gemüsedealer besucht und danach in seinem traumhaft schönen Haus gemeinsam geschnippelt, gekocht, gebrutzelt, ganz viel gelacht, fantastisch gegessen und und und …. Ich habe mit Markus zusammen eine ganz köstliche Blaubeersuppe gemacht, deren Rezept ich Euch sicherlich bei Gelegenheit einmal verraten werde. Es war ein einzigartiger Tag, der damit endete, dass der örtliche Dudelsackverein für uns vor dem Haus von Alain ein Privatkonzert gab und wir – zumindest große Teile von uns – vor Rührung schniefend dastanden und lauschten… I will never forget!!!

Schaut Euch einfach die Bilder an, dann bekommt Ihr einen kleinen Eindruck: 

 

Wilde Blaubeeren aus Kanada

Alain Bosse und sein wundervolles Zuhause….

 

Wilde Blaubeeren aus Kanada

Auf Shoppingtour…

 

Wilde Blaubeeren aus Kanada

Fotocredit:  Britta Schöppner

 

 

Wilde Blaubeeren aus Kanada

 

Bevor es wieder nach Halifax und dann auch leider nach Hause zurück ging, unternahmen wir am darauf folgenden Tag noch einen Ausflug in das zauberhafte Städtchen Peggys Cove, in das ich mich ganz arg verliebt habe. Ich glaube, wir haben allesamt dort drölfzigtaused Fotos gemacht und nochmals sehr lecker Hummer-Sandwich gegessen.

 

Wilde Blaubeeren aus Kanada Wilde Blaubeeren aus Kanada Wild Blueberrys

 

Wo ich gerade so dabei bin, könnte ich noch ganz viele weitere Details erzählen, beispielsweise von den Momenten, in denen der Backbube zum “Backbüble” mutierte….  von “On Blueberry-Hill” grölenden Bloggern auf Pickups… von SEO-Optimierungsworkshops nachts um halb zwei…. von Geburtstagsständchen im Bus….  …. von German Bloggers, die im Schweinsgalopp kanadische WalMarts leer shoppen… von ziemlich vielen Gin-Tonics… von Hummer-süchtigen Mitreisenden … and so on,  aber das würde sicher den Rahmen sprengen und Euch möglicherweise langweilen.

Ich hoffe sehr, ich konnte mit diesem Bericht meine Begeisterung ein wenig an den Mann oder die Frau bringen und Euch zumindest auf diesem Wege ein wenig mit nach Kanada nehmen. Mein Herz gehört für immer diesem wunder-, wunderschönen Fleckchen Erde Nova Scotia mit seinen großartigen, leidenschaftlichen, warmherzigen und freundlichen Menschen! 

Falls Ihr noch mehr kanadisches Lesefutter mögt, findet Ihr das bei Claudia, Marc und Markus.

An dieser Stelle möchte ich mich nochmals ganz besonders herzlich bei den “Wilden Blaubeeren aus Kanada” für diese unglaublich schöne Einladung und bei der Agentur mk-2, insbesondere bei Britta und Marion, für die ausgesprochen perfekte Organisation und die wundervolle Reisebegleitung bedanken. 

 

Special thanks to Neri Vautour and Peter Rideout!

 

I miss you all so much! BBFF <3

 

Wilde Blaubeeren aus Kanada

Fotocredit:  Marc Kromer

 

Um Euch ein klein wenig am “Wilde-Blaubeeren-Wahn” teilhaben zu lassen, habe ich mir ein neues – sehr leckeres – Rezept mit Blaubeeren überlegt, in dem in der Nebenrolle der köstliche Ahornsirup aus Nova Scotia mitspielt! Ihr solltet diesen Blaubeer-Crumble unbedingt probieren, schmeckt wirklich hammermäßig lecker! Ach, und damit Ihr mir tatsächlich glaubt, dass ich diese Beerchen sehr, sehr, sehr mag und genau richtig war als Besucher von Nova Scotia (schließlich kurbele ich ja die dortige Wirtschaft an), dann schaut doch mal, was sich auf meinem Blog in den Jahren an Blaubeer-Rezepten bereits angesammelt hat (wenn ich richtig gezählt habe, ist dies das Rezept Nummer 19!)….

 

Blueberry-Crumble with Maple-Cream

 

Blaubeer-Crumble mit Maple-Syrup Cream

800 g Wilde Blaubeeren TK  

3 EL Ahornsirup

2 EL Zitronensaft

100g gehackte Pekannüsse 

2 EL Speisestärke

100 g Butter

75 g brauner Zucker

175 g Mehl

 

250 ml Sahne

Ahornsirup zum Süßen

 

Die Blaubeeren in eine Auflaufform geben, mit dem Zitronesaft, dem Ahornsirup und der Hälfte der Nüsse mischen. Speisestärke darüber sieben und locker untermischen.

Weiche Butter mit Zucker, Mehl und restlichen Pekannüssen zu Streuseln verarbeiten. Backofen auf 200 °C (175 °C Umluft) vorheizen. 

Streusel über die Blaubeeren geben und im vorgeheizten Backofen für 35 – 45 Minuten goldbraun backen. Heraus nehmen und ein wenig abkühlen lassen. Inzwischen Sahne schlagen und nach Belieben mit dem Ahornsirup süßen.

Blaubeer-Crumble lauwarm mit der Sirup-Sahne servieren. Eine Kugel Maple-Walnut Eis schmeckt auch ganz wunderbar dazu!

Blaubeer Crumble mit Ahornsirup-Sahne

Ich wünsch’ Euch was!

Andrea

Comments (6)

  • Ahhh, hier! Ich bin’s, die Lobstersüchtige!
    Was für ein schöner Post, liebe Andrea.
    Was hatten wir für tolle Tage.
    Alles Liebe
    Claudia

    Ps: Sprinkels schon aufgebraucht? 😉

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    • Ich war das gar nicht mit den Sprinkles… nicht eine Packung… ich habe dafür 20 Food-Zeitschriften gekauft 🙂
      Drücker, Andrea

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  • Liebe Andrea,
    Dein Bericht ist fabelhaft! Ich weiß gar nicht, was mir besser gefallen hat: die Bilder, die Anekdoten über grölende und shoppende German Bloggers, die Aufzählung der Gerichte….
    Ich habe ja zwischendurch schon das ein oder andere Bild auf Instagram von euch gesehen. Herrlich, da wäre man gerne dabei!
    Eine Sache irritiert mich allerdings: wieso ist die Blaubeer Pflanze so robust, dass ein Traktor drüber fahren kann, und in meinem Garten war sie (ohne Traktor) ratzfatz tot?
    Liebe Grüße
    Martina

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    • Diese Pflanzen suchen sich von ganz alleine ihren Weg. Sobald Du in Nova Scotia ein Waldstück rodest, wachsen dort Blaubeeren, ganz flache sehr robuste Pflanzen… Fand ich auch sehr eerstaunlich, wie zäh die sind 🙂

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  • toller Beitrag, fantastische Bilder, ich träum mich weg……samt Crumble

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    • oh, danke für Deinen lieben Kommentar!
      Herzlichst, Andrea

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