All Time Classics In der Weihnachtsbäckerei

Klassischer Christstollen
mein Familienrezept

Heute wird es ein wenig sentimental und persönlich hier, meine Lieben! Denn das heutige Rezept stammt von meinem Papa und es fällt mir häufig tatsächlich schwer, seine Rezepte überhaupt nach zu backen oder ganz und gar hier zu posten! Es ist nämlich so, dass mein Vater einige Dinge richtig, richtig gut konnte und das war unter anderem gedeckter Apfelkuchen, Käsetorte und eben klassischer Christstollen, diese Sachen waren Zeit meines Lebens meine Favoriten aus seiner Backstube. Mein Vater war noch ein Bäcker vom ganz alten Schlag, da wurde niemals ein Tüte aufgemacht, sondern Roggenbrötchen waren noch richtige handgemachte Brötchen aus echtem Roggenmehl, an den Stollen kam viel gute Butter und seine Käsetorte war das Fluffigste und Leckerste, was ich in dieser Richtung je gegessen habe. 

 

 Daher habe ich mich an diese Gebäcke ganz lange nicht heran getraut, weil ich mir nämlich die Erinnerung nicht „verbacken“ wollte. Ich wollte einfach den wunderbaren Geschmack, Geruch, das Empfinden beim Genießen so in Erinnerung behalten, wie ich es von Daddy kannte…. Könnt Ihr das verstehen? 

Mittlerweile ist er leider schon sehr lange nicht mehr hier und mit diesem heutigen Rezept für Stollen mache ich mal den Anfang, sein Erbe zu bewahren und ihn hoffentlich – irgendwo da oben – stolz zu machen. Ich weiß genau, er wäre sehr glücklich, dass ich sein Rezept mit so vielen netten Menschen teile!

 

Und es wird jetzt auch allerhöchste Zeit, einen Stollen zu backen, da der ja – bevor er angeschnitten wird – mindestens mal zwei Wochen durchziehen sollte!

 

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Für einen großen oder zwei kleine Stollen:

500 g Mehl

1 Würfel Hefe

250 ml Milch

250 g Butter

Abgeriebene Schale einer Zitrone

1/2 TL reine Vanille getr. 

1 gestr. TL Zimt

1/4 TL Kardamom

1/4 TL Muskat

1/4 TL Nelken

100 g Zucker

1 TL Salz

100 g gehackte Mandeln

100 ml Rum

250 g Rosinen

75 g Korinthen

50 g Zitronat

50 g Orangeat

 

Geschmolzene Butter zum Bestreichen des fertigen Stollens

 

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Rosinen, Korinthen, Zitronat und Orangeat mit dem Rum in einer verschließbaren Schüssel mischen. Für zwei Tage an einem kühlen Ort stehen lassen, zwischendurch umrühren. 

Zum Backen eine große, schwere Schüssel nehmen. Mehl in die Schüssel geben, in der Mitte ein Mulde eindrücken. Zucker, Salz, Gewürze und Butter in kleinen Würfeln um die Mulde herum verteilen. Hefe in etwas lauwarmer Milch auflösen und in die Mulde gießen. Schüssel abdecken und Vorteig an einem warmen Ort ca. 15 Minuten gehen lassen Inzwischen die Rumfrüchte in einem Sieb abtropfen lassen. Restliche Milch und zum Vorteig geben und mit den Händen zu einem geschmeidigen Teig kneten. 
Zitronenschale, Mandeln und Rumfrüchte zum Teig geben und gleichmäßig unterkneten. Teig dünn mit Mehl bestäuben und abgedeckt an einem warmen Ort weitere 2 Stunden gehen lassen, bis er sich etwa verdoppelt hat.

Blech mit Backpapier belegen, Teig nochmals kneten und dann zu einem Stollen (oder zu zwei kleinen Stollen) formen. Den Ofen auf 175 °C Ober- und Unterhitze vorheizen (Umluft ist für Stollen nicht geeignet). Den Stollen für 60 – 70 Minuten dunkelbraun backen. Garprobe mit einem Holzstäbchen machen. 

Ca. 50 g Butter schmelzen und den Stollen damit einpinseln, in Zucker wälzen (oder bestreuen, wenn er zu instabil ist). Gut auskühlen lassen. Kalten Stollen dick mit Puderzucker bestäuben und in Alufolie gut und dicht einwickeln. An einem kühlen Ort ca. 2 Wochen durchziehen lassen.

 

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Klassischer Christstollen
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Prep Time
1 hr
Cook Time
1 hr 10 min
Prep Time
1 hr
Cook Time
1 hr 10 min
Ingredients
  1. 500 g Mehl
  2. 1 Würfel Hefe
  3. 250 ml Milch
  4. 250 g Butter
  5. 100 g Zucker
  6. Abgeriebene Schale einer Zitrone
  7. 1/2 TL reine Vanille getr.
  8. 1 gestr. TL Zimt
  9. 1/4 TL Kardamom
  10. 1/4 TL Muskat
  11. 1/4 TL Nelken
  12. 1 TL Salz
  13. 100 g gehackte Mandeln
  14. 100 ml Rum
  15. 250 g Rosinen
  16. 75 g Korinthen
  17. 50 g Zitronat
  18. 50 g Orangeat
Instructions
  1. Rosinen, Korinthen, Zitronat und Orangeat mit dem Rum in einer verschließbaren Schüssel mischen. Für zwei Tage an einem kühlen Ort stehen lassen, zwischendurch umrühren.
  2. Zum Backen eine große, schwere Schüssel nehmen. Mehl in die Schüssel geben, in der Mitte ein Mulde eindrücken. Zucker, Salz, Gewürze und Butter in kleinen Würfeln um die Mulde herum verteilen. Hefe in etwas lauwarmer Milch auflösen und in die Mulde gießen. Schüssel abdecken und Vorteig an einem warmen Ort ca. 15 Minuten gehen lassen Inzwischen die Rumfrüchte in einem Sieb abtropfen lassen. Restliche Milch und zum Vorteig geben und mit den Händen zu einem geschmeidigen Teig kneten.
  3. Zitronenschale, Mandeln und Rumfrüchte zum Teig geben und gleichmäßig unterkneten. Teig dünn mit Mehl bestäuben und abgedeckt an einem warmen Ort weitere 2 Stunden gehen lassen, bis er sich etwa verdoppelt hat.
  4. Blech mit Backpapier belegen, Teig nochmals kneten und dann zu einem Stollen (oder zu zwei kleinen Stollen) formen. Den Ofen auf 175 °C Ober- und Unterhitze vorheizen (Umluft ist für Stollen nicht geeignet). Den Stollen für 60 - 70 Minuten dunkelbraun backen. Garprobe mit einem Holzstäbchen machen.
  5. Ca. 50 g Butter schmelzen und den Stollen damit einpinseln, in Zucker wälzen (oder bestreuen, wenn er zu instabil ist). Gut auskühlen lassen. Kalten Stollen dick mit Puderzucker bestäuben und in Alufolie gut und dicht einwickeln. An einem kühlen Ort ca. 2 Wochen durchziehen lassen.
Zimtkeks und Apfeltarte http://zimtkeksundapfeltarte.com/

 

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Ich wünsch‘ Euch was!

Andrea

 

Comments (17)

  • Liebe Andrea, ich kann mir nur zu gut vorstellen wie Du Dich fühlst…..doch ich bin ganz sicher, das Du das Back-Gen Deines lieben Papas geerbt hast, und genau so sicher bin ich, das Er mächtig Stolz auf Dich wäre, wenn Er sehen könnte was für eine tolle Bäckerin, Fotografin und Bloggerin seine Tochter ist……….
    Ich wünsche Dir Genuss volle Momente mit „Eurem“ Stollen……..
    Alles liebe Charlotte

    Antworten
    • Danke für Deine lieben Worte, Charlotte!
      Herzlichst, Andrea

      Antworten
  • Hallo Andrea,
    ich lese regelmäßig Deinen tollen Blog und habe auch schon viele Deiner Rezepte ausprobiert.
    Bei dem Stollen fehlt leider die Mengenangabe für den Zucker. Wieviel davon kommt in den Teig?
    Eine gute Zeit
    Heidi

    Antworten
    • Danke für den Hinweis… 100 g
      lG Andrea

      Antworten
  • Liebe Andrea,
    ich habe tatsächlich fast geweint bei deiner Erzählung über deinen Papa – genauso ging es mir mit Rezepten meiner Mutter, die ebenfalls schon vor 16 Jahren viel zu früh gestorben ist. Aber irgendwann fing ich an, diese Rezepte nachzukochen bzw zu backen, und das war richtig schön. So bleiben unsere Lieben immer in Erinnerung!
    Deinen Stollen probiere ich in den nächsten Tagen auf jeden Fall aus! Das wird der erste Stollen meines 49-jährigen Lebens – auweia 🙂 Muss ich bei den Mengen etwas verändern, wenn ich Zitronat und Orangeat weglasse?
    Viele liebe Grüße und Danke für deine tollen Rezepte
    Jacqueline

    Antworten
    • Ja, meine Liebe, bei mir war es der erste in meinem 50jährigen Leben 🙂
      Ich würde vielleicht statt dessen noch ein wenig mehr Mandeln oder vielleicht auch Walnüsse zufügen (100 g)
      Gutes Gelingen und lieben Dank für Deine Worte!
      Andrea

      Antworten
      • …Walnüsse – das ist eine gute Idee! Ich werde sie noch etwas karamelisieren – wenn mutig, dann richtig! 🙂 Ich werde berichten!
        Alles Liebe,
        Jacqueline

        Antworten
  • Yeah, mein erster Stollen ist fertig! War zwar etwas chaotisch weil ich leider die Angewohnheit habe, Rezepte nie erst ganz zu lesen – deshalb habe ich auch die Hefe in der kompletten Milch aufgelöst und in die Schüssel gekippt und erst später gelesen, dass erst nach dem Vorteig die restliche Milch zugegeben wird – aber was soll’s, ich bin total begeistert. Ich habe einen großen und 2 kleine gemacht, einer der beiden kleinen ist wegen meiner Schusseligkeit auseinandergebrochen was mir die Gelegenheit gab, zu probieren: Wow! Ganz ehrlich, so einen guten Stollen habe ich noch nie gegessen, und der ist ja noch nicht mal durchgezogen!
    Ich werde noch weitere backen und zu Weihnachten verschenken, das hat richtig Spaß gemacht!
    Vielen Dank liebe Andrea an dich und deinen Papa für dieses geniale Rezept!

    Antworten
    • Ich danke Dir für diesen schönen Bericht und ich freue mich wie Bolle, dass er Dir schmeckt!
      Ganz herzliche Grüße und eine schöne Adventszeit wünscht Dir Andrea

      Antworten
  • sieht toll aus dein christstollen 🙂 und er schmeckt sicherlich auch super…mache meinen fast genauso und wir lieben ihn … schon mal frohe weihnachten 🙂

    Antworten
    • Danke, liebe Ruth, Euch auch eine schöne Adventszeit!

      Antworten
  • Dein Bericht hat mich sehr an mein eigenes Schicksal erinnert. Mein Papa starb vor zwei Jahren und sein Hobby war backen. Ich mache seine Kuchen und Torten auch nach und fühle mich ihm dadurch sehr nahe. Dein Stollen liest sich sehr gut ich werde ihn probieren. Meine Mama kam aus dem Erzgebirge ich liebe Stollen schon seit ich ein Kind war. Danke das du das Rezept mit uns teilst.

    Antworten
    • Liebe Brigitte, es ist schön, wenn man gerade durch solche offenen Geschichten andere Menschen erreichen kann.
      Drück‘ Dich! Andrea

      Antworten
  • Hallo Andrea,

    das Rezept liest sich toll, ich habe auch direkt schon angefangen nachzubacken, ich bin nur gerade etwas verunsichert. Mein Teig ist super feucht und klebrig, nicht ansatzweise so, wie ich es von Hefeteigen gewohnt bin. Ich backe nur das halbe Rezept, ums auszuprobieren, und hatte jetzt die Befürchtung, irgendwo eine Zutat nicht halbiert zu haben, aber ich bin dir Liste noch mal durchgegangen und bin mit eigentlich sicher, dass ich nichts falsch gemacht habe. Hast du eine Idee woran es liegen könnte? Oder muss der Teig tatsächlich so sein?
    Liebste Grüße,
    Sofia

    Antworten
    • Liebe Sofia,
      der Teig ist tatsächlich sehr weich… Aber Du kannst gerne noch etwas mehr Mehl hinzufügen, solltest Du so nicht klarkommen… Daher backt man Stollen auch meistens in dafür vorgesehenen Stollenformen, damit er nicht auseinanderläuft.
      Viel Spaß und Erfolg wünsche ich Dir!
      herzlichst, Andrea

      Antworten
  • Danke für die schnelle Antwort, ich habt jetzt noch ein wenig Mehl dazu gegeben, dann war er besser zu händeln. Ich hoffe es wird gut! Schlimm, dass man sich dann nach dem backen auch noch zwei Wochen gedulden muss, bis man probieren kann. 😉
    Herzliche Grüße,
    Sofia

    Antworten
    • Ach, ein kleines Schnippelchen kannst Du schon mal probieren 🙂
      Liebe Grüße, Andrea

      Antworten

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